7 Tipps für das Pflegegutachten

Der Gutachter kommt — und Sie haben 25 Minuten für 64 Kriterien. Was Sie vorher tun können, damit Ihre Situation korrekt erfasst wird.

Warum Vorbereitung entscheidend ist

Jeder vierte Pflegegrad-Antrag wird abgelehnt oder zu niedrig eingestuft. In den meisten Fällen liegt es nicht an fehlender Pflegebedürftigkeit — sondern daran, dass die Situation im Termin nicht vollständig dargestellt wurde.

Der Gutachter des Medizinischen Dienstes hat im Schnitt 25 Minuten für die eigentliche Bewertung. Das sind 23 Sekunden pro Kriterium. Was nicht vorbereitet und dokumentiert ist, wird übersehen.

Tipp 1: Beschreiben Sie den schlechten Tag

Viele Betroffene und Angehörige beschreiben automatisch den besten Tag — aus Stolz, Scham oder Gewohnheit. Aber der Pflegegrad richtet sich nach dem überwiegenden Hilfebedarf.

Faustregel: Wenn Sie an 4 von 7 Tagen Hilfe beim Waschen brauchen, dann sind Sie überwiegend unselbstständig in diesem Bereich — auch wenn es an 3 Tagen alleine geht.

Tipp 2: Denken Sie in Modulen

Der Gutachter bewertet nicht pauschal, sondern in 6 konkreten Modulen. Bereiten Sie für jedes Modul Beispiele vor:

ModulGewichtungBeispiel-Fragen
Mobilität10%Können Sie aufstehen? Treppensteigen? Sich in der Wohnung bewegen?
Kognition15%Wissen Sie welcher Tag ist? Können Sie Termine merken?
Selbstversorgung40%Duschen, Anziehen, Essen, Toilette — was geht alleine?
Krankheitsbewältigung20%Medikamente richten? Arzttermine organisieren?
Alltagsgestaltung15%Tag planen? Kontakte pflegen? Sich beschäftigen?

Tipp 3: Führen Sie ein Pflegetagebuch

Dokumentieren Sie mindestens eine Woche lang, welche Hilfe Sie wann und wie oft brauchen. Notieren Sie auch die schlechten Tage besonders detailliert. Dieses Tagebuch können Sie dem Gutachter zeigen.

Tipp 4: Sammeln Sie alle Unterlagen

Legen Sie folgende Dokumente bereit:

Tipp 5: Nehmen Sie eine Begleitperson mit

Die Begleitperson kann Dinge sagen, die Betroffene selbst nicht aussprechen — aus Scham oder weil sie die eigene Einschränkung nicht wahrnehmen. Die Begleitperson sollte vorbereitet sein:

Tipp 6: Spielen Sie nichts vor — aber untertreiben Sie nicht

Räumen Sie nicht extra auf. Ziehen Sie sich nicht besonders gut an. Wenn Sie normalerweise im Jogginganzug sind — seien Sie im Jogginganzug. Der Gutachter bewertet was er sieht.

Tipp 7: Bereiten Sie ein Kurzprofil vor

Ein einseitiges Dokument mit den wichtigsten Fakten — Diagnosen, Krankheitsverlauf, aktuelle Einschränkungen — das Sie dem Gutachter zu Beginn in die Hand geben. So hat er sofort einen Überblick, bevor die Begutachtung beginnt.

VERAVIO Pflege erstellt dieses Kurzprofil automatisch aus Ihren Befunden — zusammen mit Formulierungsvorschlägen für alle 6 Module.

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